Grundideen und Prinzipien der Homöopathie

Einige wichtige Säulen und Leitgedanken der homöopathischen Gedankenwelt

Homöopathie und Ganzheitlichkeit
  • Ganzheitliches Konzept

  • Der Homöopathie liegt ein 'ganzheitliches' Konzept zugrunde, d.h. wir setzen eine untrennbare Verbindung zwischen Körper, Geist und Seele voraus. Nur dadurch gelingt es körperliche Erkrankungen, die geistig oder seelisch bedingt sind, angemessen zu therapieren. Auch geistige oder seelische Erkrankungen, die körperlich bedingt sind werden so einer angemessenen Therapie zugänglich. Die Homöopathie beschränkt sich nicht nur auf die physische Ebene, den Körper, sondern nimmt gerade die geistigen, emotionalen und seelischen Symptome besonders wichtig.

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  • Der Mensch wird nicht, wie üblich, gedanklich in Einzelteile zerlegt, von denen einige, bei Krankheit, nicht mehr richtig funktionieren und deshalb ausgetauscht oder repariert werden müssten. Sondern, der Mensch ist ein untrennbares Ganzes, welches seine 'Verstimmung' (= Abweichung von völliger Gesundheit) mittels Symptom zum Ausdruck bringt. Durch die Unterdrückung eines Symptoms wird die Verstimmung nicht geheilt.

  • Individuelle Symptome

  • Die Symptome zeigen dem erfahrenen Homöopathen das geeignetste homöopathische Arzneimittel an. Dieses Mittel hat bei gesunden Menschen, in Arzneimittelprüfungen, sehr ähnliche gesundheitliche Veränderungen hervorgerufen oder Kranke von solchen geheilt (dann werden sie als 'klinische' Symptome bezeichnet).

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  • Die Herausforderung für den Homöopathen besteht darin, die charakteristischen und individuellen Symptome überhaupt zu erkennen bzw. als solche zu bewerten. Dazu sind nicht zuletzt detaillierte medizinische Kenntnisse Grundvoraussetzung.

  • Empirische Verifizierung

  • Arzneimittelprüfungen wurden und werden in sehr großer Zahl durchgeführt und bilden die wissenschaftliche Grundlage der Homöopathie. Dabei nehmen gesunde Prüfer ein ihnen unbekanntes Mittel ein. Die Symptome, die diese Gruppe daraufhin entwickelt, werden als Arzneimittelbild in der Materia Medica festgehalten. Ohne Arzneimittelprüfung bzw. klinische Symptome ist also keine Homöopathie im klassischen Sinne möglich, da die Mittelwirkung nie empirisch verifiziert und dokumentiert wurde.

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  • Für die Durchführung sind exakte Regeln und Bedingungen festgelegt, die strikt einzuhalten sind. Schließlich stellt eine verlässliche Materia Medica eine 'conditio sine qua non' dar, also eine unabdingbare Voraussetzung für erfolgreiches therapeutisches Handeln.

  • Simillimum - Das Ähnlichste

  • Das Arzneimittel, das dem individuellen Ausdruck der Erkrankung am ähnlichsten ist, wird 'Simillimum' ('das Ähnlichste') genannt. Hat der Homöopath die Symptomenbilder der Materia Medica und die des Patienten ausreichend studiert, wird er Ähnlichkeiten entdecken und im idealen Fall ein passgenaues Spiegelbild zuordnen können.

    Das Simile-Prinzip, Ähnliches mit Ähnlichem zu heilen, ist das Kernprinzip der Homöopathie, nicht wie manchmal vermutet die Potenzierung der Arzneimittel. Das Ähnlichkeitsprinzip lässt sich bis auf Hippokrates von Kos zurückverfolgen (um 400 v.Chr.). Es ist also nicht Hahnemanns Erfindung. Aber er war der erste Arzt, der dieses Prinzip so konsequent in einer Therapieform anwandte.

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  • Die Potenzierung ist das Resultat unzähliger Versuche Hahnemanns sein Ziel 'Heilung des Patienten auf die effektivste, nebenwirkungsärmste Weise' zu erreichen. Ursprünglich arbeitete er, wie jeder Arzt, mit unverdünnten Arzneien, erkannte aber in einem längeren Entwicklungsprozess die viel schonendere Wirkweise potenzierter Arzneien. Aufgrund der positiven Ergebnisse, die er mit diesem Verfahren erzielte, wurde es integraler Bestandteil seiner Behandlungsmethode.

  • Reiztherapie

  • Die Homöopathie ist eine Reiztherapie, die das Abwehrsystem stimuliert und keine Substitutionstherapie, die fehlende Stoffe ersetzt. Die Aktivierung der Lebenskraft in Form eines energetischen Reizes ist laut Hahnemann die ideale Reizform.

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  • Grobstoffliche Gaben, im Sinne von unpotenziert, sind eher unnütz oder wirken sogar kontraproduktiv durch die oft unvermeidbaren Nebenwirkungen. Das Prinzip: "Omne nimium, quamvis optimum, naturae inimicum" ("Jedes Zuviel, wäre es auch das Beste, ist der Natur zuwider"), zitiert nach Linne.